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Gefördert von der Europäischen Union Ziel 3/INTERREG IV A über die EUREGIO EGRENSIS |
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| Die Stadt Marktredwitz kann auf eine sehr
lange Verbindung mit der nahe gelegenen böhmischen Stadt Eger
zurückblicken. Sie reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück.
Damit war auch der frühere Markt Redwitz Teil des Habsburger
Reiches und damit österreichisch. Warum entstand im protestantisch geprägten Redwitz der katholische Brauch des Krippenaufstellens? Spielten hierbei die österreichischen Soldaten eine Rolle, die zum Schutz der Bevölkerung während Grenzstreitigkeiten von der Kaiserin Maria Theresia hier stationiert wurden? Noch im 18. Jahrhundert bedeutete das Töpferhandwerk eine gute Möglichkeit, die Familie zu ernähren. Rohstoffe wie Ton wurden in der unmittelbaren Umgebung gefunden. Mit dem Entstehen der Porzellanindustrie begann der Niedergang der Töpfer. Die Gefäße aus dem hochwertigen Material verdrängten die Tonwaren vom Markt. Waren die Töpfer auf zusätzliche Einnahmequellen angewiesen? Einige wenige begannen in Marktredwitz, Krippenfiguren aus Ton zu formen und mittels Modeln zu vervielfältigen. Anfänglich stand das Geburtsgeschehen mit der Verkündigung an die Hirten und die Huldigung der Heiligen drei Könige im Mittelpunkt. Nach etwa 1850 kamen geschichtsträchtige Persönlichkeiten wie Kaiser Franz Joseph, Kaiser Wilhelm oder Prinzregent Luitpold dazu. Dann führte die Entdeckung des Hochgebirges bei Künstlern, Handwerkern und Bevölkerung zu einer Art Alpensehnsucht. Wer konnte sich damals schon die Sommerfrische in den Alpen leisten? Nun waren Tonfiguren in Miesbacher-Tegernseer Tracht oder Gebirgsjäger gefragt. Schließlich wurden auch Szenen aus dem Marktredwitzer Alltagsleben, Menschen bei der Arbeit und beim Feiern, bei Freud, Scherz und Leid vor der alpenländischen Kulisse eingebaut. Gerade diese spielerische Mischung von Heilsgeschichte, bayerischem Hochgebirge und Marktredwitzer Charakterfiguren bilden den Reiz dieser einzigartigen Landschaftskrippe. Ursprünglich stellten die Familien ihre Krippen zu Hause auf und erfreuten sich am Anblick der detaillierten Szenen, Landschaften und Figuren. Man begann sich gegenseitig zu besuchen, die Besonderheiten der Krippen anderer Familien zu erkunden und sich auszutauschen. Heute ist der „Marktredwitzer Krippenweg ein fester Bestandteil im kulturellen Angebot der Stadt. Jedes Jahr besuchen zwischen dem 26. Dezember und dem 6. Januar Tausende Menschen aus Nah und Fern die mehr als 20 Stationen im Stadtgebiet. Dabei erfahren sie im Gespräch mit den „Kripperern vieles über den Aufbau, die Herstellung der Figuren und die verwendeten Materialien. Selbstverständlich ist das Krippenschauen dieser privaten Landschaftskrippen - kostenlos. Eine Reihe von Krippen sind schon zum Beginn des Weihnachtsmarkts am 1. Adventswochenende zu sehen. Neben der echten Landschaftskrippe werden in öffentlichen Gebäuden und Kirchen auch Krippen aus anderen Materialien und Ländern gezeigt. Außer den zahlreichen historischen Krippenfiguren werden inzwischen auch neu hergestellte in die Krippen integriert. Entspricht dies noch der ursprünglichen Idee des Krippenwegs? Wohin entwickelt sich die Marktredwitzer Landschaftskrippe? Neben dem Egerland-Museum wird erstmals auch im Infocentrum der Stadt Eger eine Marktredwitzer Landschaftskrippe öffentlich präsentiert. Kommt damit die Krippe wieder zurück zu ihren Wurzeln? Ist Böhmen der Ursprung der jahrhunderte alten Tradition in Marktredwitz? Zum 21. Krippenweg Ende 2009 wird eine ausführliche Filmdokumentation viele Facetten der einzigartigen Marktredwitzer Landschaftskrippe beleuchten. Vielleicht wird dann eine Erklärung gefunden sein, wie sie hierher kamen. |